KV Mainz-Bingen

Stellv. Kreisvorsitzendevorsitzende:

Helmut Krethe                                                     
Im Grohfuß 8                                                       
55267 Oppenheim                                                

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Hans Peter Hexemer

Rheinstr. 16

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Nachrichten aus dem Kreisverband Mainz-Bingen

 

Neues EU-Mitglied

 

Der Kreisverband lud im Vorfeld der Aufnahme Kroatiens in die Europäische Union zu einer Ausstellungseröffnung in das Weiterbildungszentrum Ingelheim(WBZ) ein.

 

Generalkonsul Josip Špoljarić machte deutlich, dass Kroatien im Zeitraum des Aufnahmeverfahrens in die Europäische Union an den verlangten Reformen hart gearbeitet hat. Der Aufnahmetermin 01.07.13 setze diesem Prozess kein Ende, sondern werde und müsse weitere Reformen bringen. Um einmal der Euro-Zone anzugehören, werde das Land noch viele Anstrengungen unternehmen, um seine wirtschaftliche Entwicklung auch jenseits des Tourismus voranzutreiben.

 

Dr. Florian Pfeil wies in seiner Begrüßung als Hausherr des Weiterbildungszentrums und Vorstandsmitglied der Europa-Union auf die lange Tradition der Fridtjof-Nansen-Akademie im WBZ in der europapolitischen Bildungsarbeit hin. Osteuropa und die Entwicklung der Europäischen Union seien und waren dabei immer bedeutende Aufgabenfelder.

 

„Die Europa-Union will vor allem informieren und Menschen miteinander ins Gespräch bringen, damit man sich besser kennenlernt, Vorurteile und Ängste abgebaut werden, ohne dabei Probleme auszublenden,“ sagte Ingrid Raddatz , Kreisvorsitzende der Europa-Union zur Ausstellungseröffnung. Diese gibt einen Einblick in die Geschichte, das Leben von Persönlichkeiten, regionale Besonderheiten auch jenseits der von Touristen bevorzugten Küstenregion und nicht zuletzt auch wirtschaftliche Daten. Dass dieses 28. Mitgliedsland der Europäischen Union auch ganz konkrete Beziehungen zu Rheinland-Pfalz hat, wird in der Region Slawonien deutlich. Hier steht in Vukovar das Schloss Eltz als Beleg für Herrschaftsbeziehungen, begründet durch Philipp Karl von Eltz, Erzbischof und Kurfürst von Mainz. Von Maria Theresia in das nach den Türkenkriegen entvölkerte Slawonien gerufen, trugen auch die Donauschwaben ihren Teil zur Entwicklung des Landes bei. Eindrucksvoll belegt das ein Plakat über die Familiengeschichte des Ingelheimers Toni Bürger.

 

Die Ausstellungseröffnung wurde stimmungsvoll umrahmt von der Tamburica-Gruppe der kroatischen Kulturgemeinde Mainz. Da die Liebe auch zu einem Land bekanntlich durch den Magen geht, konnten die Anwesenden mit Weinen und Wurstspezialitäten aus Slawonien auch so einen besonderen „Geschmack“ von einer Region Kroatiens bekommen. Den Ingelheimer Beitrag dazu lieferten Weine vom Weingut Gräff-Schmitt durch Winzermeister Andreas Malchus liebevoll präsentiert. Sein Urteil: Beide Weingebiete liefern Köstlichkeiten, die es sich lohnt zu probieren und zu genießen.

 

Am Ende eines gesprächsintensiven Abends zwischen kroatischen und deutschen Gästen stellte Ingrid Raddatz dann doch die Frage:“ Was kann dieses Land zur EU beitragen?“ Der Gründungsmythos der EU Frieden zu schaffen nach verheerenden Kriegen, ist für uns heute oft nur noch eine abgedroschene Floskel. Wer aber Vukovar gesehen hat, erkennt wie tief die Schrecken des Krieges 1991-92 noch in den Erinnerungen der Menschen geblieben sind. Kroatien kann bei uns dem Wert des Friedens wieder einen neuen Stellenwert geben jenseits bloßer Wirtschaftsdaten.

 

Die Ausstellung ist bis zum 05.Juli im Weiterbildungszentrum Ingelheim, Wilhelm-Leuschner-Str., Raum C002 zu sehen.

 

 

 Bild von links : Generalkonsul Josip Špoljarić, Kreisvorsitzende Ingrid Raddatz; stellv. Vorsitzender Helmut Krethe

 

 (I. Raddatz) 


Zypern näher kennengerlernt: Informativ und genussvoll

 

 

Es ist der südöstlichste Staat der Europäischen Union. In ihm lebt rund 1 Million Menschen, etwa ein Viertel der Bevölkerungszahl von Rheinland-Pfalz. Es ist eine Insel, die ganz Ganzes zur EU und deren Regierung nur auf der Hälfte des Gebietes Exekutivgewalt ausübt. Das ist Zypern, das Land, das am 1. Juli 2012 die Präsidentschaft im Rat der Europäischen Union übernimmt. Es ist aber auch das Land, dessen Weinbautradition etwa dreimal so alt ist wie die in Rheinhessen und deren Weine zu einem interessanten Vergleich einladen. Anlässe genug für den neuaufgestellten Kreisverband zu einem ebenso informativen wie genussvollen Abend in das Staatsweingut Oppenheim einzuladen wie die Kreisvorsitzende Ingrid Raddatz (Ingelheim) zu Beginn deutlich machte. Zahlreiche Gäste, darunter auch Schülerinnen und Schüler der Berufsschule, waren der Einladung gefolgt.

 

Zypern sei ein Land mit einer sehr alten Kultur, einer reichen und wechselvollen Geschichte und sei heute ein geteiltes Land, das die deutsche Öffentlichkeit besser kennenlernen sollte. Vor diesem Hintergrund stelle sich auch die Frage, was Zypern für die Entwicklung Europas einbringen könne. Mit Gunther Träger stand ein besonders guter Kenner Zyperns als Referent zur Verfügung, dem es ebenso gelang die Geschichte anschaulich darstellen wie auch die gegenwärtigen Probleme. Dabei ging es Träger auch darum, die unterschiedlichen Mentalitäten zu schildern und die unglaubliche Gastfreundschaft. Das Zusammenleben von griechischen und türkischen Zyprioten sei in der Praxis der Insel einfacher geworden, werde aber wieder durch die „Mutterländer“ gebremst.

 

Der Weinbau stelle in Zypern einen wichtigen Wirtschaftssektor dar. Auf 30000 Hektar würden bis in Mittelgebirgsregionen hinein füllige und säurearme Weine erzeugt und ausschließlich über Genossenschaften vermarktet. In Deutschland führe der zyprische Wein ein Schattendasein, da die erzeugten Mengen für den Handel zu gering seien. In der Diskussion wurden ebenso Fragen des Tourismus wie der geopolitischen Lage Zypern vor dem Hintergrund des Nah-Ost-Konflikts erörtert wie auch über ganz praktische Probleme des Empfangs deutscher Fernsehprogramme in Zypern. Für die Präsidentschaft habe sich Zypern eine Offensive in Bildungs- und Ausbildungsfragen vorgenommen, sagte Träger, der auch darüber unterrichten konnte, dass der Anteil der Menschen mit Hochschulabschluss in Zypern mit 45 Prozent deutlich über dem EU-Durchschnitt, während Deutschland mit 29 Prozent ebenso deutlich darunter liege.

 

Für den zweiten Teil des Abends, der vergleichenden Weinprobe zwischen zyprischen und rheinhessischen Weinen konnte die EUROPA-Union den Chef der DLR, Landwirtschaftsdirektor Otto Schätzel gewinnen, der die für die Gäste deutlich geschmacklich erkennbaren Unterschiede der Weine herausarbeitete. Unterschiedliche Böden und Wachstumsbedingungen führen zu jeweils charakteristischen Weinen In Rheinhessen und im mediterranen Zypern. Die Rheinhessen glänzten mit den Weißweinen, während die Rotweine aus Zypern als Spitzenweine präsentierten. Ein insgesamt sehr gelungenes Kennenlernen des EU-Mitgliedsstaates Zypern wie die Kreisvorsitzende Ingrid Raddatz resümierte, ein Urteil das viele Gäste mit dem Wunsch nach Wiederholung bei der Vorstellung anderer EU-Mitgliedsstaaten in ähnlichem Rahmen verbanden.

 

(H.-P. Hexemer)